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Wie Sie ermitteln, womit Sie tatsächlich Geld verdienen
Grob gesprochen ergibt sich Ihr betrieblicher Gewinn aus den Einnahmen (Umsätze) minus der Ausgaben (Kosten). Damit ist allerdings noch überhaupt nichts darüber ausgesagt, welche Kosten zu welchen Umsätzen führen.

Anders ausgedrückt: Wenn Sie nur Ihre Vollkosten betrachten, können Sie nicht herausfinden, wie sich diese auf die einzelnen Produkte oder Dienstleistungen Ihres Angebots verteilen.

Insofern ist es Ihnen auch kaum möglich zu beurteilen, welches Ihrer Angebote tatsächlich mehr als seine Kosten deckt und somit überhaupt zu Ihrem Gewinn beitragen kann. An dieser Stelle setzt laut dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer die Deckungsbeitragsrechnung an.

Sie erfordert die Unterscheidung Ihrer Kosten in fix und variabel:
  • Fixkosten: Fixe Kosten sind nicht auftragsabhängig; sie verändern sich also nicht, wenn Sie mehr oder weniger Produkte verkaufen oder Leistungen erbringen. Beispiele: Miete, Gehälter für fest eingestellte Arbeitnehmer, Versicherungen, Büroausstattung etc.

  • Variable Kosten: Variable Kosten sind hingegen die, die auf einen Auftrag bezogen entstehen. Beispiele: Einkaufskosten für Ware oder Holz, Nägel und Leim zur Fertigung eines Stuhls etc.

Grundprinzip der Deckungsbeitragsrechnung

Ein Produkt Ihres Betriebs ist rentabel, wenn nach Abzug der variablen Kosten noch genug vom Umsatz übrig bleibt, um einen Beitrag zur Deckung Ihrer Fixkosten zu leisten. Ob das der Fall ist, dem gehen Sie anhand der folgenden Berechnungen auf den Grund.

Stellen Sie eine einfache Deckungsbeitragsrechnung auf

Verkaufen Sie nur 1 Produkt oder 1 Dienstleistung, bekommen Sie sehr schnell einen Überblick über Ihre betriebswirtschaftliche Situation. Betrachten Sie einen bestimmten Zeitraum, z.B. das Jahr, und errechnen Sie folgende Kennzahlen:
  • Deckungsbeitrag = Umsatz ./. variable Kosten

  • Stückdeckungsbeitrag = Deckungsbeitrag ./. Stückzahl

  • benötigte Stückzahl = Fixkosten ./. Stückdeckungsbeitrag

Die Kennzahlen errechnen: Ein Schreiner hat Fixkosten von 7.750 €/Jahr. Er produziert und verkauft in einem Jahr 150 Stühle für je 150 € (= 22.500 € Umsatz). Im selben Zeitraum hat er für die Stühle variable Kosten von 9.000 € für Holz und Verbrauchsmaterial. Er rechnet:
  • Deckungsbeitrag: 22.500 € ./. 9.000 € = 13.500 €

  • Stückdeckungsbeitrag: 13.500 € : 150 = 90 €

  • Benötigte Stückzahl: 7.750 € : 90 € = 86 Stück

Gehen Sie davon aus, dass Sie den Verkaufspreis weiterhin durchsetzen können, den Sie der Deckungsbeitragsrechnung zugrunde gelegt haben (im Beispiel 150 € pro Stuhl)?

Dann zeigt Ihnen die benötigte Stückzahl, wie oft Sie Ihr Produkt oder Ihre Leistung in dem gewählten Zeitraum verkaufen müssen, um nicht nur Ihre variablen, sondern auch Ihre fixen Kosten zu decken. Gelingt Ihnen das, erreichen Sie den so genannten Break-even-Point. Sobald die verkaufte Stückzahl darüber liegt, erzielen Sie einen Betriebsgewinn.

Break-even-Point ermitteln: Kann der Schreiner die Stühle bei gleich bleibenden Kosten weiterhin für 150 €/Stück verkaufen, erreicht er den Break-even-Point, wenn er im Jahr 86 Stück absetzt. Mit 150 verkauften Stück liegt er also in der Gewinnzone. Das Produkt ist für ihn rentabel.

Handbuch für Selbstständige und Unternehmer-Tipp: Spielraum für Preisverhandlungen prüfen!

Der Stückdeckungsbeitrag entspricht Ihrer kurzfristigen Preisuntergrenze. Müssen Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu diesem Preis verkaufen, ist damit noch kein Cent Ihrer Fixkosten gedeckt, aber immerhin erleiden Sie auch keinen finanziellen Verlust.

So etwas können Sie erwägen, wenn Sie sich davon wesentlich besser bezahlte Folgeaufträge versprechen. Gehen Sie mit dem Verkaufspreis unter diese Grenze, decken Sie damit nicht einmal die variablen Kosten, machen also Verlust.

Aus: Handbuch für Selbstständige und Unternehmer — Jetzt gratis testen!

Beitrag von: business-best-practice.de
gedruckt am: 18.12.2017