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Content-Marketing 2.0: Was wir von der Porno-Industrie lernen können
Ausgerechnet die Erotik-Branche scheint uns zeigen zu können, wie künftig trotz Piraterie und Filesharing mit digitalem Content Geld verdient werden kann. Während die Film- und Musikindustrie Milliarden ausgibt, um gegen illegale Raubkopien vorzugehen, hat sich die schon mehrfach totgesagte Branche längst auf die neuen Konsumenten eingestellt.

Zukunftsletter weißt warum: Mit der Gründung von YouTube.com im Jahr 2005 trat für die Branche die Apokalypse ein: Internetuser begannen, pornografische Inhalte hochzuladen und illegal zu verbreiten. Damit untergruben sie von einem Tag auf den anderen das Geschäftsmodell der gesamten Branche.
Anders als die Film- und Musikindustrie schaltete die Porno-Branche jedoch keine Heerscharen von Anwälten ein, um gegen die Raubkopierer vorzugehen. Stattdessen hat das Playboy-Magazin beispielsweise die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Fotos nicht verboten, sondern lediglich darauf bestanden, dass sie mit dem BunnyLogo gekennzeichnet werden. Ergebnis: eine kostenlose Marketing-Kampagne gigantischen Ausmaßes. Mit der Verbreitung eines Logos ist es inzwischen, acht Jahre später, nicht mehr getan.

Die Porno-Branche hat reagiert: Sie gehörte zu den Ersten, die ihre Webseiten mobil-tauglich gemacht haben – auch bei Online-Technologie wie sicheren Bezahlmodellen oder Streaming-Angeboten in HD waren diese Unternehmen führend.
Die neuesten Entwicklungen gehen in Richtung Interaktivität und Service: Live-Kameras, Online-Games, Live-Chats, virtuelle Strip-Clubs. Für all diese nicht kopierbaren Angebote sind die User bereit, Geld zu zahlen.Experten schätzen, dass 20 bis 30 % des Traffics im Internet auf Porno-Seiten generiert werden.

Zukunftsletter-Fazit: Die illegale Verbreitung von Content wird auch künftig kaum durch Gesetze aufzuhalten sein. Stellen Sie sich daher auf die neuen Voraussetzungen am Markt ein, und überlegen Sie, welchen Content bzw. welchen Mehrwert Sie Ihren Kunden liefern können, der nicht einfach nur kopiert und weiterverbreitet werden kann. Die Zukunft der Medienbranche wird sich daran entscheiden, inwieweit es gelingt, neue Geschäftsfelder zu erkennen und zu kapitalisieren.


Beitrag von: business-best-practice.de
gedruckt am: 18.11.2017