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Emanzipation: Ist es schlechter Stil, wenn die Frau die Restaurantrechnung bezahlt?
Letztens war ein ehemaliger Schulkamerad aus beruflichen Gründen in meiner Stadt, sodass wir uns zum Essen in einem netten Restaurant verabredeten. Da ich das Restaurant ausgewählt, den Tisch reserviert und mich als Gastgeberin verstanden habe, wollte ich auch die Rechnung bezahlen. Doch damit war mein Schulfreund nicht einverstanden. Er hat darauf bestanden, mich einzuladen. Bin ich zu modern oder ist mein Freund zu altmodisch? Was ist heutzutage angemessen?

Gudrun H., per E-Mail

Hier die Antwort der großen Knigge-Redaktion:
Der Mann zahlt – immer. In früheren Zeiten war diese Regel sinnvoll: Die Frau hatte kein eigenes Einkommen und war auf die männliche Großzügigkeit angewiesen. Heute sieht es anders aus: Die meisten Frauen stehen auch finanziell auf eigenen Beinen, sodass die Rollenerwartungen sich weiterentwickeln.

Doch noch immer wirken Männer durch Geld attraktiv, wenn man der Vorwerk-Familienstudie glauben darf: Nur 21 % der Frauen schätzen ihren Mann wegen seiner guten Figur. Rund doppelt so viele Frauen wissen zu würdigen, dass sie aufgrund seiner beruflichen Position „keine finanziellen Sorgen haben“ beziehungsweise „sich vieles leisten können“.

Auch Umfragen diverser Single-Börsen bestätigen: Noch immer erwartet jede zweite Frau, dass der Mann beim Rendezvous zahlt. Und auch vielen Männern ist es wichtig, gönnerhaft zu wirken. Sie lassen sich das Geld lieber später wiedergeben, als vor dem Kellner nach einer getrennten Rechnung zu fragen.

Neue Regel: Die Gastgeberin/Der Gastgeber zahlt

Heute gilt die Regel: Wer das Essen vorgeschlagen, das Restaurant ausgewählt, den Tisch reserviert und die Einladung ausgesprochen hat, ist der Gastgeber und zahlt. Gibt es keinen Gastgeber (z. B. Mittagessen unter Arbeitskollegen), zahlt jeder getrennt.

Bei regelmäßigen Essenstreffen ist es eine stilvolle Lösung, sich mit dem Bezahlen abzuwechseln oder den Betrag zusammenzulegen, statt die Rechnung auf den Cent genau aufzusplitten. Sagen Sie zum Beispiel „Diesmal/ Heute zahle ich“ oder „Lass uns die Rechnung durch zwei teilen“. Bei einer gemeinsamen Rechnung von beispielsweise 74,50 € zahlt jeder 40 €, der Rest ist Trinkgeld.

So vermeiden Sie Missverständnisse

Machen Sie am besten sofort bei der Verabredung klar, dass Sie die Gastgeberin sind: „Magst du Sushi? Ich möchte dich gern zum Essen einladen.“ „Ich reserviere einen Tisch für uns, und du bist mein Gast.“ „Wenn du einverstanden bist, geht der Abend auf mich.“

Wenn der Mann unbedingt zahlen will

Wenn der Mann darauf besteht, die Rechnung zu übernehmen, lassen Sie ihn gewähren. Behelfen Sie sich, indem Sie eine Gegeneinladung aussprechen. Etwa: „Vielen Dank für die Einladung. Das war ein netter Abend, er verdient eine Wiederholung. Der nächste Abend geht auf meine Rechnung.“


Beitrag von: business-best-practice.de
gedruckt am: 24.03.2017