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Wie Sie die 3 wichtigsten Botschaften Ihrer „Betriebswirtschaftlichen Auswertung“ entschlüsseln



Darum geht es: Eine „Betriebswirtschaftliche Auswertung“ – kurz BWA – informiert Sie laufend über die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens. Sie erkennen, ob die finanzielle Entwicklung intakt ist oder ob es Probleme gibt - und zwar bevor das Jahr abgelaufen ist. So können Sie noch gegensteuern und Ihr Betriebsergebnis verbessern.

Wie Sie eine BWA lesen und verstehen, erläutert dieser Beitrag aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer anschaulich anhand eines Praxisbeispiels.

Was die BWA für Sie leisten kann

Wenn Sie Ihre Belege monatlich mit einer Buchführungs-Software erfassen (lassen), steht Ihnen 12-mal pro Jahr eine „Betriebswirtschaftliche Auswertung“ (BWA) zur Verfügung. In einer BWA werden alle Ihre Umsätze und Kosten aufgelistet. Sie weist dabei sowohl die Werte des soeben abgelaufenen Monats als auch das aufgelaufene (= kumulierte) Ergebnis des bisherigen Jahres aus.

Eine solche BWA ist für Sie wichtig. Es genügt nämlich nicht, sich erst nach Jahresende im Rahmen der steuerlichen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder Bilanz mit Ihrem Betriebsergebnis zu befassen. Sie müssen auch während des Jahres jederzeit wissen, wo Sie stehen. Nur dann können Sie negative Entwicklungen rechtzeitig erkennen und womöglich korrigieren, bevor das Jahr abgelaufen ist.

Allerdings ist es vor allem am Anfang schwierig, eine BWA richtig zu lesen und zu verstehen. Doch lassen Sie sich nicht abschrecken: Ganz gleich, welche Software Sie nutzen bzw. Ihr Steuerberater oder Buchführungshelfer verwendet (DATEV, Lexware, Buhl Data etc.), die automatisch erstellte BWA hat stets die gleiche Grundstruktur, weil sie an die gesetzlichen Vorgaben des Handelsrechts angelehnt ist.

Haben Sie die Struktur einmal verstanden, können Sie künftig monatlich in wenigen Augenblicken nachvollziehen, wie es um die wirtschaftliche Situation Ihres Betriebs bestellt ist.

Anhand eines Praxisbeispiels erfahren Sie im Folgenden, welche Informationen Ihnen eine BWA an welcher Stelle gibt und wie Sie sie richtig interpretieren. Darüber hinaus wird erläutert, wie Sie mit einfachen Mitteln Fehlern und Fehlinterpretationen vorbeugen.

  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
  Betriebswirtschaftliche Auswertung Auswertungs-
monat Sep (€)
%-Gesamt-
leistung
%-Gesamt-
kosten
%-Personal-
kosten
Aufschlag
in %
kumuliert
Jan-Sep (€)
%-Gesamt-
leistung
%-Gesamt-
kosten
%-Personal-
kosten
Aufschlag
in %
1 Umsatzerlöse 8.498,00 100,00   80.762,00 100,00
2 Bestandsver-
änderungen,fertige/
unfertige Erzeugnisse
0,00   0,00
3 Aktivierte Eigenleistungen 0,00   0,00
4 Gesamtleistung 8.498,00(11) 100,00 135,45 277,08(4)   80.762,00(10) 100,00 153,22 288,61
5 Materialeinsatz/
Wareneinkauf
2.856,00 33,61(1) 45,52 93,12 100,00 18.619,00 23,05(12) 35,32 66,54 100,00
6 Rohertrag 5.642,00 66,39 89,93 183,96 197,55(5) 62.143,00 76,95 117,90 222,07 333,76
7 Sonstige betriebliche Erlöse 0,00   0,00
8 Betrieblicher Rohertrag 5.642,00 66,39 89,93 183,96 197,55 62.143,00 76,95 117,90 222,07 333,76
9 Kostenarten:  
10 Personalkosten 3.067,00 36,09(2) 48,88(3) 100,00   27.983,00 34,65 53,09(13) 100,00
11 Raumkosten 400,00 4,71 6,38 13,04   3.600,00 4,46 6,83 12,86
12 Betriebliche Steuern 0,00   0,00
13 Versicherungen/Beiträge 200,00 2,35 3,19 6,52   800,00 0,99 1,52 2,86
14 Besondere Kosten 0,00   0,00
15 KFZ-Kosten (ohne Steuern) 350,00 4,12 5,58 11,41   3.224,00 3,99 6,12 11,52
16 Werbe-/Reisekosten 1.500,00 17,65 23,91 48,91   9.180,00 11,37 17,42 32,81
17 Kosten Warenabgabe 0,00   0,00
18 Abschreibungen 400,00 4,71 6,38 13,04   3.516,00 4,35 6,67 12,56
19 Reparaturen/
Instandhaltung
0,00   1.140,00 1,41 2,16 4,07
20 Sonstige Kosten 357,00 4,20 5,69 11,64   3.267,00 4,05 6,20 11,67
21 Gesamtkosten 6.274,00 73,83 100,00 204,56   52.710,00 65,27 100,00 188,36
22 Betriebsergebnis –632,00(6) –7,44(7)   9.433,00(8) 11,68(9)
23 Zinsaufwand 60,00 0,71   547,00 0,68
24 Übrige Steuern 170,00 2,00   1.287,00 1,59
25 Sonstige neutrale Aufwendungen 0,00   0,00
26 Neutraler Aufwand gesamt 230,00 2,71   1.834,00 2,27
27 Zinserträge 36,00 0,42   164,00 0,20
28 Sonstige neutrale Erträge 0,00   0,00
29 Verrechnete kalkulatorische Kosten 0,00   0,00
30 Neutraler Ertrag gesamt 36,00 0,42   164,00 0,20
31 Vorläufiges Ergebnis –826,00 -9,72       7.763,00(14) 9,61      


So lesen und verstehen Sie eine BWA

Wie Sie es im Beispiel sehen, ist eine BWA in Spalten und Zeilen unterteilt. In den Spalten finden Sie absolute und relative Werte zu Umsätzen und Kosten. Die absoluten Werte (€) zeigen Ihnen, wie hoch Ihre Erlöse und Kosten ausgefallen sind. Sind Sie umsatzsteuerpflichtig, werden alle Werte netto, also ohne Umsatzsteuer, erfasst – ansonsten brutto. Die relativen Werte (%) helfen Ihnen, die Zahlen besser miteinander zu vergleichen und mögliche Auffälligkeiten schneller zu erkennen.

Spalte 1: Umsatz- und Kostenarten

Diese Spalte führt auf, welche Positionen in der BWA mit Zahlen unterlegt werden:
  • Umsatzerlöse (Zeile 1): Das sind die Erlöse aus dem Verkauf Ihrer Produkte oder Dienstleistungen.

  • Bestandsveränderungen (Zeile 2) sollten Sie buchen, wenn Sie regelmäßig in einem Monat mehr bzw. weniger einkaufen oder herstellen, als Sie verkaufen. Das ist vor allem in Produktionsbetrieben der Fall.

  • Mit aktivierten Eigenleistungen (Zeile 3) haben Sie als Bilanzierender zu tun.

    Tipp: Sollen die letzten beiden Punkte in Ihre BWA einfließen, erarbeiten Sie mit Ihrem Steuerberater, wie Sie dabei am besten vorgehen.

  • Gesamtleistung (Zeile 4): Das ist die Summe der Zeilen 1, 2 und 3. In Kleinbetrieben machen die Umsatzerlöse 95 % und mehr der Gesamtleistung aus. Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen spielen oft keine Rolle, und dann genügt es, wenn Sie Umsatzerlöse und Gesamtleistung gleichsetzen.

  • Materialeinsatz/Wareneinkauf (Zeile 5): In dieser Zeile steht, wie viel Material Sie verbraucht bzw. Ware Sie eingekauft haben. Erfasst sind somit die Beträge aus den Rechnungen über Ihren Einkauf.
Praxis-Tipp aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer: Der von der Software im betrachteten Monat als Materialeinsatz/Wareneinkauf ausgewiesene Wert ist nur dann aussagekräftig, wenn Sie monatlich im Schnitt etwa so viel einkaufen, wie Sie verbrauchen/verkaufen. Kaufen Sie hingegen viel auf Vorrat ein, macht sich das im Einkaufsmonat bemerkbar, in dem Ihr Rohertrag (siehe nächster Punkt) überproportional sinkt. Prüfen Sie, ob Sie besser fahren, wenn Sie kleinere Mengen einkaufen und somit weniger Material/Waren vorfinanzieren müssen.


  • Rohertrag (Zeile 6): Der Rohertrag ergibt sich, wenn von der Gesamtleistung die Materialkosten bzw. der Wareneinkauf abgezogen werden. Er zeigt Ihnen, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug dieser Kosten noch übrig bleibt, um die restlichen Kosten zu decken und so den geplanten Gewinn zu realisieren. Er entspricht in Handelsunternehmen im Wesentlichen der Handelsspanne.

  • Sonstige betriebliche Erlöse (Zeile 7): Neben den Umsatzerlösen gibt es solche, die nichts mit der eigentlichen Leistungserstellung des Unternehmens zu tun haben (z.B. Privatnutzung Ihres Geschäftswagens oder Telefons, Verkäufe von Leergut oder Anlagevermögen).

    Diese Erlöse fließen in Ihren zu versteuernden Gewinn ein, weshalb es durchaus sinnvoll sein kann, sie monatlich zu buchen. Meist werden solche Positionen aber erst im Rahmen der EÜR oder Bilanz eingerechnet.

  • Betrieblicher Rohertrag (Zeile 8): Das ist die Summe aus dem Rohertrag und den sonstigen betrieblichen Erlösen.

  • Kostenarten und Gesamtkosten (Zeilen 9 - 21): In diesem Block stehen außer den Materialkosten alle Kosten, die in Ihrem Betrieb im betrachteten Monat angefallen sind. Prüfen Sie, ob Sie wirklich alle Kosten erfasst haben.
Praxis-Tipp aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer: Jede Kostenart entspricht immer einem Konto in der Buchführung. Es ist wichtig, dass Sie sich Gedanken darüber machen, auf welche Konten Sie welche Kosten buchen (lassen). So macht es für die Interpretation Ihrer BWA einen Unterschied, ob z.B. der neue Anstrich fürs Büro unter „Raumkosten“ oder unter „Reparaturen/Instandhaltung“ erfasst ist.

Stellen Sie deshalb für sich – oder für Ihren Steuerberater/Buchführungshelfer – eine Übersicht der für Ihren Betrieb wichtigsten Kosten zusammen, und ordnen Sie sie nach Oberbegriffen – das sind die Kostenarten, die in der BWA erscheinen und mit den Buchungskonten identisch sind. Ein Steuerberater/Buchführungshelfer unterstützt Sie dabei.

Der Aufwand für einen solchen Kontenplan lohnt sich, weil dadurch der Aussagegehalt Ihrer BWA deutlich steigt. Und: Fehlersuche und Korrektureingaben kosten Sie mehr Zeit, als schon im Vorfeld über die richtige Verbuchung zu entscheiden.


  • Betriebsergebnis (Zeile 22): Das ist eine der wichtigsten Zeilen in Ihrer BWA. Das Betriebsergebnis ergibt sich, wenn Sie von der Gesamtleistung die Material und sonstigen Kosten abziehen. Es zeigt Ihnen, wie erfolgreich Sie gewirtschaftet haben. Grundsätzlich gilt: Je höher das Betriebsergebnis, desto besser ist das für Ihr Unternehmen.

  • Neutrale Aufwendungen und Erträge (Zeilen 23 - 30): Auch in Ihrem Betrieb gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit Geschäftsfälle, die nicht direkt mit Ihrer eigentlichen Tätigkeit zu tun haben. Sie kassieren z. B. Zinsen für betriebliche Gelder, die Sie angelegt haben, Sie bekommen Betriebssteuern erstattet oder müssen solche nachzahlen, oder Sie spenden für gemeinnützige Einrichtungen. Solche Geschäftsfälle beeinflussen zwar Ihr Gesamtergebnis. Da sie mit der eigentlichen Geschäftstätigkeit nichts zu tun haben, werden sie aber als neutrale Erträge oder Aufwendungen bezeichnet und separat erfasst und dargestellt.

  • Vorläufiges Ergebnis (Zeile 31): Das Betriebsergebnis minus der neutralen Aufwendungen plus der neutralen Erträge ergibt das Ergebnis vor Steuern. Das ist nichts anderes als Ihr Gewinn oder Verlust, den Sie mit Ihrem Betrieb im betrachteten Zeitraum erwirtschaftet haben. Vorläufig ist das Ergebnis der BWA, weil es in den meisten Fällen notwendig ist, am Jahresende noch Korrekturen vorzunehmen – allerdings meist nicht in einem Umfang, der den grundsätzlichen Aussagewert Ihrer BWA in Frage stellt.
Spalte 2: Zahlen des Auswertungsmonats (€)

Hier finden Sie die Erlöse und Kosten des soeben abgelaufenen Monats (im Beispielfall: September) in Euro. Wenn Sie die Leistung Ihres Betriebs für den abgelaufenen Monat bewerten, haben diese Spalte und die folgende Spalte 3 den höchsten Aussagewert.

Spalte 3: Erlöse und Kosten im Verhältnis zur Gesamtleistung

Diese Spalte gibt vor allem an, wie sich die einzelnen Kostenarten zur Gesamtleistung Ihres Betriebs verhalten (also im Beispielfall wie bei den meisten Kleinunternehmen zu den Umsatzerlösen). Dabei wird die Gesamtleistung auf 100 % gesetzt. Im Beispiel werden im Monat September 33,61 % (1) der Umsatzerlöse für Material ausgegeben und sogar 36,09 % (2) für Personalkosten.

Spalte 4: Erlöse und Kosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten (%)

Hierbei werden die Gesamtkosten auf 100 % gesetzt, und alle anderen Positionen beziehen sich auf diesen Wert. Mithilfe der Angaben in dieser Spalte erkennen Sie schnell, welches Ihre größten Kostenpositionen sind. Im Beispiel sehen Sie, dass die Personalkosten mit 48,88 % (3) den höchsten Anteil an den Gesamtkosten haben.

Achtung: Die Kosten für Material/Waren sind in einer BWA nicht Bestandteil der Gesamtkosten! Sie werden bei der Ermittlung des Rohertrags berücksichtigt (siehe Erläuterungen zu den Zeilen 5 und 6).

Spalte 5: Erlöse und Kosten im Verhältnis zu den Personalkosten

In dieser Spalte werden die Personalkosten auf 100 % gesetzt und alle anderen Werte darauf bezogen. So sehen Sie vor allem, welche Umsätze Sie mit 100 € Personalkosten erzielt haben. Im Beispiel beträgt dieser Wert 277,08 % (4): Der Unternehmer hat im Monat September pro 100 € Personalkosten 277 € Umsatz erzielt.

Spalte 6: Aufschlag in Prozent

Hierin wird der Material-/Wareneinsatz gleich 100 % gesetzt und ins Verhältnis zum betrieblichen Rohertrag gesetzt. Diese Zahl zeigt Ihnen, wie hoch Ihr Rohertrag ausfällt, wenn Sie für 100 € einkaufen. Im Beispiel ist der Unternehmer in der Lage, mit 100 € Materialeinsatz einen Rohertrag zu erwirtschaften, der mit 197,55 % (5) fast doppelt so hoch ist. Anders ausgedrückt: Der Unternehmer erhält für jeden Euro, den er für Material ausgibt, knapp 2 € Rohertrag zurück, aus dem er die restlichen Kosten decken und Gewinn übrig behalten muss.

Spalte 7 – 11: Kumulierte Werte

Diese Spalten enthalten die gleichen Aussagen wie die Spalten 2 – 6. Bezugsbasis sind allerdings die Summen, die im bisher abgelaufenen Jahr insgesamt angefallen sind, im Beispiel also von Januar bis September. Die kumulierte Darstellung ist für Sie wichtig, weil Sie so erkennen, ob sich der abgelaufene Monat ähnlich entwickelt hat wie das Gesamtjahr. Größere Abweichungen können auf mögliche Probleme hinweisen.

Wie Sie mithilfe der BWA Ihr Betriebsergebnis verbessern

Sie selbst oder Ihr Steuerberater/Buchführungshelfer sollten die Buchungen zeitnah nach Monatsende vornehmen. Idealerweise liegt Ihnen die BWA etwa 14 Tage nach Ablauf eines Monats vor. Nehmen Sie sich dann bewusst 30 – 60 Minuten Zeit, um sich Ihre BWA anzusehen und ihre „Botschaften“ zu entschlüsseln.

Praxis-Tipp aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer: Jede BWA ist nur so gut wie die Daten, die in sie einfließen. Erfassen Sie Ihre Geschäftsvorfälle also monatlich möglichst vollständig. Bucht ein Steuerberater oder Buchführungshelfer für Sie, geben Sie ihm alle Belege und ggf. dazu noch die nötigen Informationen, um sie richtig zu verstehen. Wenn er nicht weiß, welcher Geschäftsfall sich hinter einzelnen Belegen verbirgt, können Fehlbuchungen entstehen, die Ihre BWA verfälschen.

Auch sollten Sie sich darüber klar sein, dass es Sachverhalte gibt, die ein Monatsergebnis verzerren können, z. B. Einmalzahlungen für Versicherungen oder Weihnachtsgeld. Dann wird nämlich der Monat, in dem die Zahlung stattfindet, zu hoch belastet, die anderen Monate zu gering. Wichtig ist, dass Sie solche Fälle im Kopf haben und so Abweichungen erklären und einordnen können.


Botschaft 1: Der Rendite-Check zeigt Ihnen sofort, ob Handlungsbedarf besteht

Betrachten Sie zunächst Ihr Betriebsergebnis (Zeile 22). Das Betriebsergebnis im Verhältnis zur Gesamtleistung wird auch Rendite genannt. Liegen die monatliche und die kumulierte Rendite in etwa im gleichen (prozentualen) Bereich?

Wenn nicht, weist das sofort auf Fehler oder – positive bzw. negative – Entwicklungen in Ihrem Betrieb hin.

Rendite-Check im Beispielfall:

Der Beispielunternehmer hat zumindest im Monat September nicht erfolgreich gewirtschaftet, denn sein Betriebsergebnis (6) und die Rendite (7) sind negativ und fallen deutlich schlechter aus als das kumulierte Betriebsergebnis (8) und die kumulierte Rendite (9). Auch wenn die kumulierten Werte positiv sind, sollte der Beispielunternehmer nach den Ursachen für die negative Abweichung im September suchen.

Botschaft 2: Der Umsatz- und der Kosten-Check führen Sie zu Fehlerquellen und Verbesserungsansätzen

Weicht Ihre Rendite im betrachteten Monat vom kumulierten Wert ab, schauen Sie sich als Erstes Ihre Gesamtleistung (Zeile 4) an. Haben sich Ihre Umsätze im Vergleich zu anderen Monaten gravierend verändert? Das erkennen Sie, indem Sie den Euro-Wert in der Spalte 7 (= kumulierte Gesamtleistung) durch die Anzahl der in dem Jahr schon abgelaufenen Monate teilen und mit dem Euro-Wert in Spalte 2 vergleichen.

Umsatz-Check im Beispielfall:

Der Beispielunternehmer hat von Januar bis September eine Gesamtleistung von 80.762 € (10) erzielt. Geteilt durch 9 Monate ergibt das einen Durchschnittswert von 8.974 €. Im Monat September hat er Umsätze von 8.498 € (11) gehabt. Das ist zwar etwas weniger, kann aber nicht allein zu dem gravierenden Rendite-Rückgang geführt haben. Der Unternehmer weiß nun: Er muss seine Umsatzerlöse in den nächsten Monaten genau im Auge behalten und bestenfalls steigern. Doch damit ist es nicht getan: Er sollte auch die weiteren Ursachen für den Rendite-Einbruch ausfindig machen.

Als Nächstes betrachten Sie die Spalten 3 und 8 im Vergleich. Konzentrieren Sie sich auf die Zeilen, in denen Ihre Kosten ins Verhältnis zur Gesamtleistung gesetzt werden (= Zeile 5 sowie Zeilen 10 – 20). Vergleichen Sie die Monatswerte (Spalte 3) mit den kumulierten Werten (Spalte 8).

Gehen Sie gravierenden Abweichungen auf den Grund:
  • Abweichungen beruhen entweder auf Buchungsfehlern wie z. B.: Haben Sie Einnahmen oder Ausgaben vergessen oder auf falschen Konten erfasst? Wie können Sie so etwas künftig abstellen?

  • Oder sie zeigen Ihnen, wo genau in Ihrem Betrieb eine Entwicklung stattgefunden hat. Wenn Sie diese Punkte erkennen, wissen Sie, wo Sie ansetzen können, um positive Trends zu verstärken bzw. negative Tendenzen einzudämmen.
Kosten-Check im Beispielfall:

Im Beispiel erkennen Sie, dass der kumulierte Materialeinsatz im Verhältnis zu den Umsatzerlösen lediglich 23,05 % (12) beträgt, der Materialeinsatz im September aber mit 33,61 % (1) deutlich darüber liegt. Das hat mit zu dem negativen Betriebsergebnis (6) im September geführt. Worin liegen die Gründe? Hat der Unternehmer in diesem Monat eine große Menge Material gekauft? Hat es hohe Ausschussmengen gegeben? Oder hat er aus Versehen eine Rechnung doppelt erfasst? Die Antworten auf diese Fragen führen zu Verbesserungsansätzen.

Auch die Personalkosten sind interessant. Deren Anteil an den kumulierten Gesamtkosten beträgt 53,09 % (13), im September liegt er bei 48,88 % (3). Die Abweichung könnte an einer Neueinstellung, Gehaltserhöhung oder einfach daran liegen, dass es im Juni Urlaubsgeld gegeben hat. Das gibt die wirtschaftliche Lage des Betriebs aber nicht her. Der Unternehmer sollte überlegen, wie er die Personalkosten besser im Griff behält.

Botschaft 3: Der Ergebnis-Check ist entscheidend für Ihre längerfristige Planung

Schauen Sie sich schließlich Ihr vorläufiges Ergebnis an (Zeile 31). Interessant ist dabei vor allem der kumulierte Wert in Spalte 7. Rechnen Sie den aufs Jahr hoch, und stellen Sie sich die Frage, ob Sie mit diesem Ergebnis gut leben können.

Praxis-Tipp aus dem Handbuch für Selbstständige und Unternehmer: Nicht in jedem Unternehmen sind die Umsatzerlöse übers Jahr gesehen gleichmäßig auf die Monate verteilt. Etwa im Einzelhandel gibt es Umsatzspitzen zur Weihnachtszeit, manche Dienstleistungen werden verstärkt im Sommer oder im Winter nachgefragt.

Solche Unregelmäßigkeiten müssen Sie in Ihrer Jahreshochrechnung berücksichtigen. Alternative, wenn Sie schon länger selbstständig sind: Vergleichen Sie Ihr kumuliertes vorläufiges Ergebnis mit dem Wert desselben Monats der aus dem Vorjahr stammenden BWA. Dann sehen Sie sofort, ob das aktuelle Jahr besser, gleich oder schlechter läuft.


Ergebnis-Check im Beispielfall:

Der Beispielunternehmer hat von Januar bis September ein vorläufiges Ergebnis von 7.763 € (14) erzielt. Da in seiner Branche nicht mit steigenden Umsatzerlösen im Jahresendgeschäft zu rechnen ist, sollte er seine Augen nicht vor einem grundlegenden Problem verschließen:

Mit einem solch geringen Gewinn kann er auf Dauer wohl wirtschaftlich nicht überleben. Der Gewinn muss ja nicht nur ausreichen, um seine privaten Ausgaben zu decken, er benötigt ihn auch, um Investitionen finanzieren oder Schulden zurückzahlen zu können.

Er muss also darüber nachdenken, wie er seine betriebliche Situation entscheidend verbessern kann. Kann er seine Umsätze steigern, indem er sich spezialisiert und besser vermarktet? Ist es möglich, sich ein 2. Standbein aufzubauen? Sollte er sein Einzelkämpfertum aufgeben und in ein bewährtes Franchise-System einsteigen? Oder ist es gar unumgänglich, den Betrieb aufzugeben, bevor sich Schulden anhäufen?

Gut, dass der Unternehmer sich diese Fragen schon jetzt anhand der BWA stellt und nicht erst nach dem Jahresende, wenn er seine Zahlen für den Jahresabschluss sammelt. Denn je früher er sich der Wirklichkeit stellt, desto größer sind seine Chancen, das Ruder noch erfolgreich herumzureißen.


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