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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Vorlage kann ab 1. Tag gefordert werden

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Sind Sie oder Ihre Kollegen arbeitsunfähig krank, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber in der Regel spätestens am 3. Tag ein Attest vorlegen.

Das ist allerdings nicht immer so. Denn sieht der auf Ihren Betrieb anwendbare Tarifvertrag vor, dass eine entsprechende Bescheinigung bereits am 1. Krankheitstag vorgelegt werden muss, gilt diese Frist (BAG, 26.2.2003, Az. 5 AZR 112/ 02).

Die Redaktion des Urteilsdienst für den Betriebsrat hat sich dieses Urteil genauer angesehen:

In dem vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall hatte ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz mit der Begründung, arbeitsunfähig krank zu sein, an 3 Tagen vorzeitig verlassen.

Zudem war er der Arbeit an mehreren einzelnen Tagen ganztägig fern geblieben. Für diese Zeiten hatte er keine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt. Der Arbeitgeber hatte für diese Zeiten keinen Lohn gezahlt.

Tarifvertrag verlangt Vorlage am 1. Tag

Nach dem auf das Arbeitsverhältnis anzuwendenden Manteltarifvertrag mussten die Arbeitnehmer ab dem 1. Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen.

Eine Betriebsvereinbarung regelte die Vorlage erst ab dem 3. Tag. Als der Arbeitnehmer nun von seinem Arbeitgeber den Lohn für die Fehltage verlangte, weigerte sich dieser mit der Begründung, der Tarifvertrag sehe die Vorlage einer Bescheinigung am 1. Tag vor.

Tarifvertrag geht vor

Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass das Entgeltfortzahlungsgesetz die Möglichkeit zulasse, in einem Tarifvertrag die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem 1. Tag zu begründen. Wegen der Regelung im Tarifvertrag konnte diese Frage nicht mehr Gegenstand einer Betriebsvereinbarung werden.
Beitrag veröffentlicht am: 22.05.2008
Aus: Urteilsdienst für den Betriebsrat — Jetzt gratis testen!
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