Die neue multipolare Weltordnung (Teil 2): Mexiko – Hochburg unbekannter Global Player
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Nach Teil 1 dieses Beitrags aus dem Zukunftsletter (Polen – heimlicher Krisengewinner mit großem Selbstvertrauen) lesen Sie hier, warum Mexiko ein unterschätzter Wachstumsmarkt ist. Denn das mittelamerikanische Land ist längst nicht mehr der Hinterhof der USA. Und dafür stehen ganz harte soziodemografische Fakten: Mexiko ist eine junge Volkswirtschaft, die Menschen sind durchschnittlich 26 Jahre alt.
In den nächsten 30 Jahren wird Mexiko die Bundesrepublik, was die Arbeitsproduktivität angeht, definitiv überflügeln: In diesem Zeitraum wird die arbeitende Bevölkerung des Landes auf 88 Millionen Menschen anwachsen. Und da wir global ein ansteigendes Wachstum der Mittelschichten beobachten, wird auch Mexiko in den nächsten Jahren mit einem Schub an Wohlstand und Lebensqualität rechnen können. Die Anzeichen dafür sind auf vielen Märkten zu sehen:
Handel: Wal-Mart ist in Mexiko mit aggressiver Preispolitik und dank seiner 650 Filialen in den vergangenen Jahren dynamisch gewachsen und hat auch sein Öko-Programm auf Mexiko ausgedehnt. Doch ein genuiner Handelsriese wie Soriana aus dem mexikanischen Norden hält dagegen und strebt in ganz Mexiko Omnipräsenz an.
Tourismus: Mexiko hat die Zeichen der Zeit erkannt und bewegt sich bewusst vom Massentourismus weg. Die International Travel Group tritt mit passgenauen Angeboten an Touristen heran, die zu schwer erreichbaren Reisezielen in Mexiko vordringen möchten.
Eine atemberaubende Destination wie die Hacienda de San Antonio beginnt bereits, den LOHAS-Trend zu bedienen. Schaut man auf die Hotelszenerie, sticht die Grupo Habita’s ins Auge: Jedes Hotel wartet mit individueller Ausstattung auf, kein Objekt hat mehr als 40 Zimmer. Das erfolgreiche Konzept hat sich jetzt auch nach Austin (Texas) und New York vorgewagt.
Mischkonzerne: Zu einem aufstrebenden Land gehört es auch, dass – wie in China und Indien auch – Mischkonzerne erfolgreich sind. Hierzu gehört allen voran die Grupo Carso. In den ersten 3 Quartalen 2008 hat das Hybridunternehmen 3 Milliarden Euro Umsatz gemacht (Branchen: Restaurants, Plattenläden, Shopping-Center – und Bohrinseln). Die Grupo Salinas ist ähnlich produktiv (jährlicher Umsatz: rund 3,8 Milliarden Euro) und engagiert sich in solch unterschiedlichen Branchen wie TV, Banken und Finanzdienstleistungen sowie Versicherungen.
Food:Bimbo hat eine phänomenale Entwicklung durchgemacht und sich von einer Großbäckerei in Mexiko-City zum größten Brothersteller Amerikas (inklusive USA) entwickelt. Umsatz in den ersten 3 Quartalen 2008: 3,3 Milliarden Euro.
Die Leuchttürme: Cemex ist das vielleicht bekannteste mexikanische Unternehmen, nicht zuletzt weil Cemex den wohl bislang beachtlichsten Aufstieg vollzogen hat, sich auf einem schwierigen Markt etabliert hat und mittlerweile auf 5 Kontinenten präsent ist (Jahresumsatz: 13,5 Milliarden Euro).
Der Newcomer, der sich in einer Zukunftsbranche aufgestellt hat, ist aber definitiv América Móvil. Vor gerade einmal 10 Jahren gegründet, ist das Unternehmen mittlerweile der größte WLAN-Anbieter Amerikas. Mehr als 173 Millionen WLAN-Kunden katapultieren das Unternehmen auf einen jährlichen Umsatz von 23 Milliarden Euro.
Zukunftsletter-Einschätzung: Bislang finden 90 % des Exports unter dem Schirm von Freihandelsabkommen mit Japan, USA und der EU statt. Aber Mexiko konzentriert sich stark auf den Weltmarkt und hat das erwachende Lateinamerika vor der Haustür.
Nach wie vor muss sich das mittelamerikanische Land mit seiner problematischen Nähe zum Giganten USA auseinandersetzen. Vieles deutet darauf hin, dass sich Mexiko in den nächsten 5 bis 10 Jahren als Emerging Economy etablieren wird, gerade wenn wir auf die soziodemografischen Daten schauen und uns klarmachen, dass das Land schon jetzt in Zukunftsindustrien wie IT, Medien, aber auch Energie auf dem amerikanischen Kontinent sehr erfolgreich agiert.
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