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Michael T. Sobik
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Warum Ihr Geschäft künftig robuster sein muss

Überlegen Sie in Zukunft zweimal, wenn Diskussionen aufkommen, Ihr Unternehmen solle schlanker werden und Prozesse müssten weniger redundant sein. Diese lange verpönten Eigenschaften können sich in ihr Gegenteil verkehren – und überlebenswichtig werden.

Der Trendletter fragt nach: Worum geht es hier genau?

Antwort: Wertschöpfungsketten müssen künftig stürmischen Zeiten standhalten. Auf- und Abschwünge kommen in dichterer Folge, oft überraschend. Störungen in Ihren Lieferketten erreichen Sie schneller, zahlreicher und intensiver als früher.

Überdies wird es mehr spontane Veränderungen geben: Kunden wollen sich nicht binden, bestellen kurzfristig oder sagen Aufträge wieder ab. Das Management sollte deshalb auf Handlungsfähigkeit in plötzlichen Umbruchsituationen setzen. Es gilt, auf Ausnahmerisiken (Finanzcrash, Konjunktureinbruch, Pleite eines sicher geglaubten Großkunden) schnell zu reagieren.

Trendletter-Beispiel: Der Rhein ist wegen einer Schiffshavarie gesperrt. Betroffene Unternehmen müssen in der Lage sein, den Transport von Rohstoffen für die Produktion vom Schiff auf die Bahn zu verlagern. Außerdem muss die Organisation künftig robuster sein, also die Fähigkeit haben, erwarteten Veränderungen standzuhalten, ohne dass hektische Eingriffe nötig sind.


So machen Sie Ihre Lieferketten krisenfest
  1. Seien Sie aufmerksam gegenüber Ausnahmerisiken. Passen Sie Prozesse bei Bedarf schnell an.

  2. Machen Sie die Organisation robust: Richten Sie Pufferbestände ein, setzen Sie auf Multiple Sourcing und arbeiten Sie mit Reservekapazitäten.

  3. Rechnen Sie immer mit erratischen Veränderungen auf Kundenseite (Eilaufträge, Stornos usw.).

  4. Verzichten Sie auf anonymisierte Beziehungen zu Ihren Partnern. Ein Lieferant, der für Sie nur eine Nummer ist, wird schnell abspringen. Kooperative Beziehungen dagegen schaffen mehr Sicherheit.

  5. Betreiben Sie Risikoanalyse auf beiden Seiten des Marktes – sowohl auf Kunden- als auch auf Lieferantenseite.

  6. Sehen Sie Redundanz nicht als Kostenfaktor, sondern als Versicherung gegen Überraschendes an.
Beitrag veröffentlicht am: 12.01.2012
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