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Weshalb Sie diese Frage niemals stellen sollten

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Vielleicht haben Sie letztes Jahr auch die Fotos von Steve Jobs gesehen, dem Chef des Apple-Konzerns. Ihm war anzusehen, dass er krank ist. Schon im Jahr davor hat er verkündet, sich für eine Weile zurückzuziehen.

Warum berichtet der große Knigge darüber? Stellen Sie sich folgende Situation einmal vor:

Jemand aus Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld verändert sich äußerlich sichtbar. Sieht immer kränker aus. Die Gerüchteküche brodelt bereits. Schon mehrfach wurden Sie gefragt: „Weißt du, was mit xy los ist?“

Krankheit ist Privatsache

Fragen Sie deshalb niemals direkt nach: „Herr Müller, Sie sehen in letzter Zeit so schlecht aus. Was fehlt Ihnen denn?“ Es ist ganz allein Sache der oder des Erkrankten, zu entscheiden, ob sie/er Ihnen oder anderen von einer möglichen gesundheitlichen Einschränkung etwas erzählen möchte oder nicht.

Sie können aber durchaus eine Brücke zu einem Gespräch bauen. Denn gerade wenn die beispielsweise eine Kollegin oder ein Kollege allein lebt, ist ein Gesprächsangebot sehr höflich und vielleicht erhofft.

Ihr Weg dorthin: Treffen Sie zu zweit in der Teeküche, ist die Frage gestattet: „Ich werde nach dem Essen noch einen Kaffee trinken, hätten Sie Lust mitzukommen?“ Damit hat der betroffene Kollege die Chance auf ein Gespräch unter 4 Augen und kann, wenn er/sie möchte, reden oder auch nicht.

Beachten Sie aber: Es darf nie darum gehen Menschen zu manipulieren.

Es geht stattdessen um ehrliche Empathie – übrigens auch ein wichtiger Erfolgsfaktor für das ganze Team. Wenn solche Reaktionen in einer Abteilung normal sind, wird auch das kooperative Miteinander im Arbeitsleben selbstverständlich sein. Ehrliche Anerkennung und Wahrnehmung der Mitarbeiter erzeugt ein „Wir-Gefühl“ fürs Unternehmen.

Achtung: Etwas anderes gilt im Arbeitsleben dann, wenn Sie selber Vorgesetzter der- oder desjenigen sind! Denn als Arbeitgeber oder Vorgesetzter haben Sie eine Fürsorgepflicht. Nicht nur der betroffenen Person gegenüber, sondern allen Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber. Wenn diese durch häufige Fehlzeiten oder nachlassende Arbeitsleistung des kranken Mitarbeiters stärker belastet werden, müssen Sie das Gespräch suchen.

Der große Knigge-Insider-Tipp: Abgesehen von den rechtlichen Grundlagen sollten Sie als Führungskraft aus Interesse an den Mitarbeitern nachfragen. Natürlich unter 4 Augen und ohne Anspruch auf Auskunft, etwa so: „Es tut mir leid, dass es Ihnen nicht gut geht. Wenn Sie einen Vorschlag haben, was Ihnen guttun könnte, bitte lassen Sie uns darüber reden, wenn Sie das möchten.“
Beitrag veröffentlicht am: 16.02.2010
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