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6 Technologiefelder, die Ihnen noch reichlich Chancen bieten
1. Biometrie ohne Fehlalarm
Die automatische Gesichtserkennung ist noch nicht praxisreif; das hat das Bundeskriminalamt Mitte des Jahres 2007 entschieden. Für die Sicherheitsbranche bedeutet dieses Urteil: Neue Identifizierungsmethoden werden in den kommenden Jahren händeringend gesucht.
Ein interessanter Kandidat ist die Ohrenerkennung per Computer: In einer Versuchsreihe gelang es britischen Forschern, 99 von 100 Probanden anhand der Form ihrer Ohrmuschel zu identifizieren – ein guter Wert.
Weiterer Vorteil der Methode: Das Merkmal Ohr lässt sich, anders als das Gesicht, nur schwer manipulieren.
2. Glühbirne für das nächste Jahrhundert
4 von 5 Leuchtmitteln in deutschen Haushalten funktionieren noch wie zu Zeiten von Thomas Edison – mit Glühfaden. Und wer den alten Lichtspender beerbt, ist noch keineswegs klar. Alle Nachfolgetechnologien taugen noch nicht für den Massenmarkt: Energiesparlampen enthalten Quecksilber und erzeugen ein unangenehmes Licht, Leuchtdioden können bei der Lichtausbeute noch nicht mithalten.
Der amerikanische Konzern General Electric entwickelt deshalb derzeit eine neue Glühbirne, die nach dem alten Glühfaden-Prinzip funktioniert, aber genauso wirtschaftlich ist wie eine Leuchtstoffröhre.
3. Wasser aus neuen Quellen
Wasser ist das Öl dieses Jahrhunderts – sagt das Investmenthaus Goldman Sachs in einer Analyse. Eine Prognose der Banker: Da Süßwasserquellen zunehmend versiegen, gewinnt die Entsalzung in den kommenden Jahren stark an Bedeutung. Wachstum der Industrie: 10 bis 15 % im Jahr.
Dafür wäre allerdings eine Alternative zu den bestehenden Entsalzungstechniken nötig; 100 Liter Wasser zu destillieren etwa kostet rund 20 Cent. James Klausner, Wissenschaftler an Universität von Florida, hat ein neues Verfahren entwickelt, das den Preis angeblich auf 6 Cent drückt.
Eine mögliche neue Wasserquelle wird derzeit schon erschlossen: Tau. Französische Wissenschaftler haben eine Apparatur entwickelt, die selbst aus Wüstenluft Wasser gewinnt. Die Technik ist denkbar einfach: Über eine schräge Fläche wird eine spezielle Folie gespannt, an der sich morgens Tau sammelt. 12.000 Quadratmeter Folie produzieren 1.200 bis 1.600 Liter Trinkwasser pro Nacht (www.opur.u-bordeaux.fr).
4. Das Gen-Profil zum Mitnehmen
2 Millionen Dollar – so viel hat es das US-Unternehmen 454 Life Sciences nach eigenen Angaben gekostet, das Erbgut eines Menschen komplett zu entziffern. Sollte dieser Wert stimmen, entsteht in den kommenden Jahren ein neuer Markt: umfassende Genprofile. Labors könnten den Kunden eine komplette Abschrift ihres Erbguts auf DVD mit nach Hause geben.
Anhand dieser Daten könnten spezielle Computerprogramme mögliche Krankheitsrisiken in nie da gewesener Präzision voraussagen. Zum Vergleich: Einige Firmen bieten bereits Gentests an, doch diese Untersuchungen spüren nur bestimmte Risikogene auf.
5. Autopsie vom Rechner
In Deutschland werden nur 1 bis 2 % aller Verstorbenen obduziert – aus Kostengründen. Viele Kunstfehler und Morde bleiben so unentdeckt. Autopsie-Verfahren, die ohne das Zutun eines Mediziners auskommen, könnten hier Abhilfe schaffen.
Ein möglicher Ansatz nennt sich Virtopsy oder virtuelle Autopsie. Das Prinzip: Mithilfe von Tomografietechnik wird der gesamte Körper des Verstorbenen gescannt; ein Computer wertet die Daten aus und sucht nach Auffälligkeiten.
6. Operation ohne äußerliche Narben
Demnächst wird die zweite Generation der Schlüsselloch-Chirurgie in die Operationssäle einziehen: die so genannte Notes-Methode (Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery).
Prinzip: Das Operationswerkzeug wird über natürliche Körperöffnungen – Mund, Darm, Vagina – eingeführt. Von hier aus bahnt sich der Chirurg den Weg ins Körperinnere. Am häufigsten wird dazu ein kleiner Schnitt in der Magenwand genutzt. Auf diese Weise lässt sich der Blinddarm durch den Mund entfernen, so die Idee.
Noch fehlen allerdings die passenden Instrumente; außerdem ist die Infektionsgefahr durch den Magenschnitt groß (Notes-Pionier ist Christian Zornig vom Israelitischen Krankenhaus Hamburg).
Für diesen Auftritt wurden Bilder von sebastian kaulitzki aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.
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